Eisklettern - Ich in der Eiswand - web

Eisklettern – Ice Age im Reintal

Es war schon ein lang gehegter Wunsch von mir, das Eisklettern endlich mal auszuprobieren, doch bisher hatte ich leider noch keine Gelegenheit dazu. Dies sollte sich am vergangenen Samstag schlagartig ändern.

Der Tag war absolut perfekt für die ersten Versuche im Eis – herrlich klares Wetter und Temperaturen weit unter der Null-Grad-Grenze! Um unter den ersten Kletterern zu sein, starteten wir recht früh in St. Jakob im Ahrntal bei -2 Grad und fuhren ins Reintal, der Ahrntaler Hochburg des Eiskletterns.

Das Thermometer ging immer weiter nach unten: -8, -9, -10 … bis es schließlich bei humanen -11,5 Grad stehen blieb. Als ich die Temperaturanzeige im Auto sah, überlegte ich mir noch mal kurz, ob ich überhaupt aussteigen und mich nicht doch lieber in der Cascade ins warme Becken legen sollte, doch der Anblick des Eisfalls, den man vom Parkplatz aus sehr gut sehen konnte, erstickte meine Zweifel sofort im Keim!

Eisklettern – meine ersten Versuche oder  „Ice Age im Reintal“

Wir waren beim Angerer Eisklettergarten angelangt, ein schöner Eis- und Mixed Klettergarten, der sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Eiskletterer geeignet ist. Der Zustieg zur Wand ist sehr kurz und eingebettet in eine wunderschöne Winterlandschaft (der Hochgall fällt einem sprichwörtlich in den Rücken). Am Wandfuß richteten wir uns zunächst ein und versahen uns mit dem fürs Eisklettern notwendigen Equipment. Meine Aufregung, die sich schon die Nacht zuvor mit leichter Schlaflosigkeit angedeutet hatte, hielt weiterhin an. Gott sei Dank war mein Seilpartner Giggi die Ruhe selbst, wenn auch er an diesem Tag ein Debüt erlebte: für ihn war es nämlich sein erster Vorstiegsversuch im Eis. Dennoch souverän wie immer arbeitete er sich Meter für Meter über das senkrechte Eisgebilde hinauf, setzte hie und da ein paar Eisschrauben und gelang sicher und zufrieden zur fixierten Kette.

Eisklettern im Angerer Eisklettergarten – ein Erlebnis!

Nun war ich an der Reihe: ich begnügte mich damit, die Tour im Nachstieg zu klettern … an Vorstieg war nicht zu denken (und wird auch in Zukunft nicht zu denken sein). Etwas unsicher schlug ich abwechselnd die Eispickel und die Spitzen meiner Steigeisen in die Eiswand und hatte nach nur wenigen Metern den Dreh echt raus. Giggi, der mich am Wandfuß sicherte, bedankte sich indes über die herab fallenden Eisbrocken – so gut schien ich’s also dann doch nicht zu machen. Abgesehen von den wirklich sehr sehr kalten Fingern und Zehen, machte mir das Eisklettern riesigen Spaß!

Das Eis übt eine ganz große Faszination aus und man kommt sich vor wie in einer anderen Welt, wenn man erst mal davor steht, geschweige denn in der Eiswand selbst hängt! Und sogar das an Erfrierung erinnernde Gefühl in den Fingern und Zehen lässt bei der zweiten und dritten Tour allmählich nach. Nach diesem ersten Eiskletter-Versuch steht für mich eines ganz sicher fest: von nun warte ich sehnsüchtig auf alle klirrend kalte Tage, denn sie bieten optimale Bedingungen für das Bilden von Eisfällen und somit für das Eisklettern selbst.

Mein Fazit:

Nicht abschrecken lassen, sondern selbst ausprobieren – aber bitte nur unter professioneller Anleitung! Es gibt im Ahrntal genügend kompetente Bergführer, die Eiskletterkurse anbieten. Und für jene, die mal hineinschnuppern wollen, finden vom 19.01. bis 02.02.2013 die Mühwalder Winter-Aktivwochen mit Simon Gietl statt – Skitouren, Schneeschuhwandern und Eisklettern inkl. Ausrüstung! Mehr Infos gibt’s unter www.muehlwald.com.

Es grüßt Euch herzlich

Eure Eisprinzessin Marlen

5 Gedanken zu „Eisklettern – Ice Age im Reintal“

    1. Doch Ursula, unbedingt! Ich hab mich auch lange nicht rangetraut, aber schlussendlich bin ich dann doch ins kalte Wasser gesprungen. Wer nichts wagt, kann auch nichts gewinnen 🙂

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